PC's stehen heute in fast jedem Heim und Büro.
Netzwerke und Modems werden immer benutzerfreundlicher und schneller.
Die Hardwaretechnik und -kosten werden immer besser und erschwinglicher.
Die Anzahl der Verbraucher mit Home-PCs und einem Internet-Anschluß steigt stetig an.
Gehört hat jeder schon mal etwas von Linux, gesehen und genutzt hat es aber bislang nur eine Minderheit. Doch die Zahl der Installationen und somit der Anwender wächst.
War Linux bislang nur für Technik-Freaks, Informatik-Studenten und/oder visierte Netzwerk-Administratoren vorbehalten, so findet man es immer häufiger auch auf privaten PCs. Die steigende Installationsrate resultiert meist auch immer aus der steigenden Bedienerfreundlichkeit und den ständigen Updates sowie einer vor dem Erscheinen bestens getesteten Umgebung für die sehr hohe Stabilität. Dies alles ist in den letzten 6 Monaten außerordentlich gut umgesetzt worden.
Mit den Distributionen von S.u.S.E. (BRD) und Red Hat (USA) scheint eine wahre Linux-Euphorie aufzukeimen !
Markt für PC-Betriebssysteme ist fest in der Hand von Microsoft, kein Zweifel. Systeme wie OS/2 oder GEOS fanden in der Vergangenheit zwar wohlwollende Beachtung, aber kaum eine nennenswerte Verbreitung. Etwas anders sieht es da mit Linux aus, einem echten Multitasking-Betriebssystem, das schon existierte, als in der DOS-/Windows-Welt der Begriff Multitasking allenfalls als Wunschtraum vorhanden war.
Echtes Multitasking heißt hier, daß sich das Betriebssystem selbst darum kümmert, allen laufenden Programmen Rechenzeit zuzuweisen. Dadurch arbeiten sie völlig unabhängig voneinander quasi gleichzeitig.
Selbst wenn ein Task mal abstürzt, bleiben die anderen davon meistens unberührt.
Bei Windows (außer NT) gibt es das in dieser Form nicht.
Was ist das Besondere an Linux? Zunächst mal, daß es sich um freie Software handelt. Jeder Programmierer; der möchte, kann sich jederzeit an der Weiterentwicklung dieses Systems beteiligen, da alle Source-Codes frei zur Verfügung stehen.
Das bedeutet, Linux ist in jedem Fall preiswerter als beispielsweise Microsoft Windows, da alles kostenlos im Internet bereitgestellt wird.
Etwas bezahlen muß man nur, wenn man sich entsprechende Literatur oder ein Distributions-Paket kauft - also eine Art Handbuch mit Tips und Installationshilfe und eben eine Zusammenstellung der wichtigsten Programmteile für ein korrekt laufendes Betriebssystem.
Das komplette SuSE-Linux 6.0 beispielsweise bekommen Sie schon für weniger als 100 Mark (im Internet unter www.suse.de oder im Buchhandel ISBN: 3-930419-67-X Version 6.0)! Die Software, die SuSE für den Käufer bereit stellt umfaßt von Spielen über Grafik-Programme bis hin zum Netscape 4 und der kompletten Office-Lösung. Zudem kann man eine komplette Software-Lösung zusätzlich erwerben, um ein Unternehmen zu führen - daß heißt von der Auftragsabwicklung bis zur Buchhaltung ! Im einfachen Vergleich würde eine solche Lösung unter Windows mit Microsoft-Produkte in die Tausende DM gehen !!
Die Installation des SuSE-Pakets ist dabei relativ einfach und benutzerfreundlich gehalten, zusätzlich helfen das 550-seitige Handbuch sowie die 60 Tage Installationssupport durch die SuSE-Hotline dem Einsteiger bei kleinen und großen Problemen.
Web-Server sind das eine, Privat-Anwender das andere. Warum sollte ,,Otto-Normal-User" von einem Betriebssystem wie Windows 95, 98 oder NT auf Linux umsteigen und vieles neu erlernen? Denn grundsätzlich kann Linux nicht viel mehr, als es die anderen Systeme auch können, manches kann es allerdings besser, speziell im Umgang mit dem Internet und der Vielfalt der speziellen Einstellungen.
Auch die Angst vieler User, nicht genügend Software zu bekommen, um die verschiedensten Anwendungsgebiete abdecken zu können, ist unbegründet.
Generell werden unter Linux praktisch alle Bereiche von ,,Productivity Software" unterstützt. Vom kompletten Office-Paket (zum Beispiel StarOffice? oder AplixWare?), über Bildbearbeitung (GIMP) bis hin zum vollen Spektrum an Internet-Software findet man alles, entweder im Internet (gute Deutsche Site: www.linux.de ) oder aber bereits direkt in der Distribution (die Zusammenstellung der Pakete) von Linux.
Zum Beispiel in der Distribution der Firma SuSE (die in Deutschland wohl am weitesten verbreitet und umfangreichste) :
Ein direkter Vergleich zwischen Windows und Linux ist nicht so einfach. Dazu sind die beiden Systeme in der Struktur sehr verschieden konzepiert.
Linux ist bereits beim Start schon voll multitaskingfähig, wobei Windows dies erst "vorgaukelt", wenn die grafische Oberfläche gezeigt wird.
Windows und DOS waren noch niemals wirklich ein Multitasking-System !
Bei Linux kann man mit Hilfe der Tasten-Kombination <ALT> + <STRG> + <F1> bis <F7> in 7 Jobs bzw. Tasks hin und her wechseln.
Während in Task <F1> eine Datei gedruckt wird, kann Taks <F2> die Festplatte durchsuchen, auf Task <F5> läuft der Web-Server und in Task <F7> in der "Windows-Oberfläche-KDE" arbeiten (z.B. mit einem Web-Browser) !!
Es stehen also 7 völlig unabhängige Konsolen zur Verfügung. Unabhängig von jeder anderen und selbst auch wieder multitaskingfähig - Linux läßt dem Anwender absolut freie Hand.
In Punkto Stabilität läßt sich Linux auch nicht lumpen ... zwar kann es auch hier zu einem Absturtz kommen, jedoch ist dieser zu 90 % nur in dem Taks und die anderen können ohne jede Einschränkung weiter arbeiten. Der Absturtz-Job kann von einem anderen dann heruntergefahren werden. Diese Stabilität ist in UNIX bereit beliebt und geschätzt - gerade für den Server-Betrieb bzw. in den Unternehmen.
Das Directory-System von Linux ist zwar für den Einsteiger etwas undurchsichtig und gewöhnungsbedürftig, doch hat man das System durchschaut (Übung macht den Meister), so möchte man es nicht mehr missen !
Für alles gibt es einen genau definierten Platz.
So finden sich alles Programme in diesem, Anleitungen und Hilfen in dem Verzeichnis und die Source-Codes in jenem - Ja, das ist einzigartig - bei Linux gibt es zu alles (naja fast allen) Programmen die Quelldateien.
Ein Chaos, wie es schnell im Windows-Datei-System geben kann, vor allem in den System-Verzeichnissen, kann es unter Linux niemals geben !
Jede Software wird sauber installiert und kann jederzeit wieder sauber entfernt werden.
Die Anpassung an die im Unternehmen bzw. bei dem Privat-User geforderten Bedingungen ist (so glaube ich) einzigartig !
Sollte die grafische Benutzeroberfläche nicht gefallen, so stellt Linux eine unzahl an schönen und nützlichen Oberflächen zur Verfügung (z.B. KDE, FVWM95, Enlightenment, etc.).
Hat das System, welches bereits einwandfrei und zügig auf einem 386-er läuft, nicht soviel Arbeitsspeicher zur Verfügung, so können Teile des Betriebssystems als Module verwendet werden. So lassen sich selten genutzte Features auslageren und bei Anwendung wieder aufrufen (z.B. für Sound, Diskettenzugriffe, usw.). Auf diese Weise ist das Kernel (Grundsystem jeden Betriebssystems) nicht überlastet und sperrig groß.
Den bisher wichtigsten Punkt, der für Windows sprach, war das unwahrscheinlich große Software-Angebot.
Doch aufgepaßt, es gibt immer mehr kommerzielle Software-Hersteller, die auf das Linux-System einsteigen. So gibt es Office-Versionen von Corel und StarDevision?, Aplixware, ... - diese Software ist für den Privatmann in "einfacher Version" (eine Art Lite) völlig kostenlos !!!
Auch werden immer mehr Spiele unter Linux angeboten.
Schaut man sich die Verzeichnisse der Distributions-Versionen von Linux an, so findet man mit jeder Aktuallisierung mehr und mehr Software-Prachtstücke. - Alles KOSTENLOS !!! - Hier sei besonders auf das Distri-Paket von www.SuSE.de hingewiesen - für sage und schreibe 98,- DM mit einem sehr guten und umfangreichen Handbuch.
Wesentlicher Nachteil zum Linux-System (bisher noch, doch ich sehr schon Licht am Ende des Tunnels) ist die sehr umfangreiche und noch sehr komlizierte Installation der verschiedenen Hardware. Es dauert auch noch immer einige Zeit, bis zu den neuesten Hardware-Produkten die Linux-Treiber bereit stehen. Doch auch hier wird seitens der Hardware-Hersteller gearbeitet, es gibt schon manches mit Linux-Treiber. Jeder wird eine Siegeshymne anstimmen, wenn er sein System "richtig" lauffähig hat und vom CD-Brennen bis zum Spiele spielen mit Sound begeisterter Linux-Fan geworden ist.
So richtig populär wurde Linux erst mit der allgemeinen Anerkennung als leistungsfähiges und zuverlässiges Betriebssystem. In den vergangenen Monaten haben sogar große Firmen damit begonnen, ihre Software auch für Linux bereitzustellen. (Oracle, StarDevision?, SAP, Siemens, Sun, etc.) Neustes Beispiel ist die Firma Lotus, die noch vor kurzer Zeit vehement leugnete, an einer Umsetzung von Notes auf Linux zu arbeiten. StarDevision? hat sein Office-Paket "StarOfice? 5.0" für die private Nutzung kostenlos auf den Markt gebracht. Die Version unter Linux bricht wahre Rekorde in der Installation und dem Zugriff im Internet zum Downloaden : www.stardivision.de.
Damit hat Linux endgültig den Status des Underground-Betriebsystemes verloren. Und es muß auch nicht immer kommerzielle Software sein, die für professionelle Anwendungen genutzt wird. Denn die freie Software hat schon längst in vielen Bereichen die "Weltherrschaft" übernommen. So laufen zum Beispiel derzeit 54% aller HTTP-Web-Server weltweit mit dem freien Programm "Apache".
Auch viele FTP-Server laufen unter Linux. Man erkennt sie im Browser recht leicht an den vielfältigen Datei-Attributen, die mit angezeigt werden. Sie spiegeln das intern von Linux verwendete Dateiverwaltungssystem wieder.
Linux begnügt sich im Gegensatz zu Windows auch mit weniger stark aufgerüsteten Maschinen. Schon mit einem 386 mit 8MB Speicher ist die Nutzung, ab einem 486 mit 50 MHz und 16MB ein durchaus sinnvolles Arbeiten möglich.
Ein HTTP-Server läuft sogar noch auf einem 386-System hervorragend.
Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu Windows 98 werden unter Linux auch viele ältere Hardwareprodukte noch unterstützt. Dafür muß man allerdings unter Umständen bei sehr neuer Hardware ein wenig warten, bis Treiber dafür verfügbar sind.
Setzt man jedoch Standard-Hardware ein, kann man meistens davon ausgehen, daß Linux die Geräte unterstützt.
Eine minimale Installation (allerdings ohne grafische Oberfläche, dem X-Window-System, kurz X genannt) ist in weniger als 10MB unterzubringen, zusammen mit Internet Programmen wie Webserver, Proxy, Browser, grafischer Oberfläche sowie komplettem Entwickungssystem kommt man leicht mit ca. 50MB aus.
Für Spielefans ist Linux nicht so sehr geeignet (allerdings gehören einige wirklich gute Freeware-Spiele zum Lieferumfang der Pakete).
Gerade Einsteiger hatten in der Vergangenheit mit der komplizierten Installation von Linux zu kämpfen. Aber seit einiger Zeit sind die meisten Linux-Distributionen mit einem leistungsfähigen Installations-Assistenten ausgestattet, mit dem zumindest die grundsätzliche Installation kaum Probleme bereitet. Wer möchte, wählt eine der vorbereiteten Installationsarten aus (z.B. Minimalinstallation, Entwicklungssystem oder Vollinstallation), läßt die Platte(n) vom System partitionieren und kann nach 20-30 Minuten ein fertiges System in Empfang nehmen.
Allerdings sollte man - will man auch etwas ausgefallenere Hardware nutzen - möglichst alle zentralen Informationen seiner Hardware kennen (wobei oftmals aber nur der Hersteller bzw. Produktbezeichnung bekannt sein müssen, Linux-Treiber erkennen im Regelfall die Konfigurationen der ISA-Hardware).
Übrigens: Das berühmt-berüchtigte Compilieren des Kernels, vor dem viele Einsteiger zurückschrecken, ist
Was an anderer Stelle (bei Microsoft) verboten und unter harte Strafe gestellt ist, ist bei Linux erlaubt - nämlich die Installation eines einzigen gekauften Linux-Systems auf viele Rechner. Denn ein Copyright auf Linux gibt es nicht nicht in dem kommerziellen Sinne wie bei der üblichen Software (wohl aber auf die Software der Distributionen).
Ist Linux erst einmal installiert, geht es leider gleich ans Eingemachte - zwar kommen jedem geübten DOS-Nutzer einige Befehle bekannt vor, andere wurden der Einfachheit halber im System als Alias (Links) integriert, doch ist im Gegensatz zu Windows zunächst nichts von grafischer Oberfläche zu sehen.
An dieser Stelle kommt eines von drei Setup-Tools für das X-Windows zum Einsatz (z.B. SaX von SuSE), die jedoch bereits so ausgereift sind, daß die Konfiguration der X-Oberfläche mit ein wenig Handbuchlektüre und etwas Geduld zu schaffen ist. Danach kann per globalem Setup-Tool das System so konfiguriert werden, daß direkt nach dem Hochfahren grafisch gearbeitet werden kann.
Ist die letzte Hürde der X-Konfiguration gemeistert, kann man sich unter Nutzung einer der vielen Window-Manager (z.B. KDE, FVWM95) daran machen, den PC wie mit jedem anderen grafisch basierten System zu nutzen. Je nach Installation sind bereits die wichtigsten Programme in der grafischen Oberfläche eingerichtet, so daß man sie nur noch aufrufen muß.
Ist das System komplett in Betrieb, fehlt zum Schritt ins Internet nur noch die Verbindung.
Auch hierbei helfen Setup-Assistenten. Dabei spielt es kaum eine Rolle, welchen Provider man selbst nutzen möchte - zumindest solange der Provider sich an die Standards hält. Von T-Online bis Mobilcom - Verbindung ins Internet erhält man schnell und einfach. Dabei funktioniert die Konfiguration fast genauso wie die des DFÜ-Netzwerks unter Windows 98.
Obwohl sich Microsoft das Thema Internet auf die Fahne geschrieben hat, läßt der Lieferumfang aller Windows-Versionen dahingehend noch etwas zu wünschen übrig - besonders im Vergleich zu Linux-Distributionen wie der von SuSE. Hier werden genügend Internet-Programme mitgeliefert, um auch den begeistertsten Computerfreak auf Tage zu beschäftigen, nur um die ganzen Tools und Programme zu sichten! Vom Browser bis zum IRC-Programm - bei Linux wird alles mitgeliefert, was es an Software fürs Internet gibt.
Beschränkt man sich allein auf die ständig wachsende Zahl von Applikationen für die Oberfläche KDE (man erkennt sie in der Regel an dem vorangestellten ,,k" im Namen), so hat man schon alles zusammen, was man benötigt. Und während ein normales Windows 9x nur als Arbeitsplatzsystem geeignet ist und Serverdienste nur eingeschränkt ermöglicht, hat man mit einem Linux-Arbeitsplatz gleichzeitig einen vollwertigen Server, der z. B. im Handumdrehen als Intra- oder Extranet-Webserver inklusive Mailserver dienen kann und noch vieles mehr.
Wer einfach mal was mit dem Computer tun will, also auf schnelle Erfolgserlebnisse aus ist, der ist mit Windows sicher besser beraten.
Ähnliches gilt für Computer-Einsteiger und Leute, die mehr an Spielen interessiert sind.
Wer sich aber intensiv mit dem Internet und mit Netzwerken beschäftigen möchte, für den ist Linux eine sehr interessante Alternative. Nicht nur, daß gerade für diesen Zwecke viele ausgereifte Programme zur Verfügung stehen, diese sind im Regelfall im Lieferumfang enthalten oder kostenlos via Internet downloadbar. Sie sparen also auch eine Menge Geld. Denn die Software für einen vollständigen Netzwerkserver mit Internet-Zugang, Proxy und Firewall kostet unter Windows schnell einige Tausend Mark - unter Linux bezahlen Sie dafür keinen Pfennig extra!
Neben der anerkannt hohen Laufstabilität von Linux sicher gute Gründe, sich für die Alternative zu Microsoft zu entscheiden.
Auf jeden Fall ist lohnenswert Linux für ca. 100 DM und ein wenig Aufwand bei der Konfiguration mal auszuprobieren. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Zukunft sind einige sehr gute und schon extrem weit entwickelte Projekt, fast alles Windows-Software (3.0 bis NT) auf einem Linux-System lauffähig zu machen. Dies gilt ebenso für Office-Ware wie auch für Windows-Spiele ...
(gelesen (und durch eigene Ergänzung erweitert) in dem Magazin "internet magazin" - 04/99 Seite 40 von Garry Glendown/osc)
Auch wenn der Artikel bereits etwas "angestaubt" ist, so scheint er mir immer noch hoch aktuell (die Aussagen - nicht die Versionsnummern ;-)